Spezielle Sporthallen

Einige Sportarten können nur auf speziellen Spielfeldern ausgeübt werden. Um den jeweiligen Sehanforderungen gerecht zu werden, weicht die Anordnung der Leuchten meist vom Standard einer allgemeinen Sporthalle ab. Die Beleuchtung muss in der Regel auch auf spezielle Dachkonstruktionen abgestimmt werden.

Tennis

Tennis stellt als sehr schnelles Spiel hohe Anforderungen an die Sehleistung der Spieler. Das Licht in Tennishallen sollte deshalb wenig Schatten erzeugen, weitgehend blendfrei sein und den deutlichen Kontrast zwischen Ball und Hintergrund unterstützen. Die horizontalen Beleuchtungsstärken dürfen einige Meter über die Seitenlinien hinaus nur wenig abfallen, weil die Spieler häufig auch in diesen Bereichen agieren.

Damit Tennisspieler beim Blick auf hoch fliegende Bälle nicht geblendet werden, sollten sich direkt über dem Spielfeld keine Leuchten befinden. Auch die Deckenfläche bis zu drei Meter hinter der Grundlinie muss frei von Leuchten sein, da die Sportler hier sehr oft, insbesondere beim Aufschlag, nach oben schauen. Üblich ist die Anordnung der Leuchten parallel zu den Längsseiten des Spielfeldes.

Besonderen Komfort bietet die Beleuchtungsanlage einer Tennishalle, wenn die Spieler das Beleuchtungsniveau je nach Wunsch selbst bestimmen dürfen. Dafür wird die Anlage auf 750 lx Beleuchtungsstärke (Beleuchtungsklasse I) ausgelegt, die in zwei Schaltstufen auf 500 lx und 300 lx reduziert werden können.

In Tennishallen eingesetzte Leuchten müssen ballwurfsicher sein.

A.4 Tennis
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke
 Eh,av lxEh,min/Eh,av
I7500,7
II5000,7
III3000,5

Squash

Der schnelle Gummiball beim Squash stellt höchste Anforderungen an die Sehaufgabe, insbesondere an die Gleichmäßigkeit der Beleuchtung: Er ist viel kleiner als ein Tennisball, bewegt sich oft auch in der Vertikalen und behält seine Geschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometer nahezu über das gesamte Spiel. Weil die vertikalen Spielflächen komplexe Ballflugbahnen erlauben, müssen die Spieler sehr schnell Standort und Blickrichtung wechseln und dabei stets die Bewegungen des Gegenspielers beachten.

Sinnvoll sind eine Leuchtenreihe parallel zur Stirnwand und zwei Leuchtenreihen parallel zu den Seitenwänden. Die Stirnwand-Leuchten sollten asymmetrisch in Richtung Wand strahlen und in Richtung der Spieler gut entblendet sein. Mindestens ein Meter Abstand der Leuchten zu allen Wänden beugt Reflexionen vor.

In Squashhallen eingesetzte Leuchten müssen ballwurfsicher sein.

A.1 Squash
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke
 Eh,av lxEh,min/Eh,av
I7500,7
II5000,7
III3000,7

Schießsport

Beim Schießsport richtet sich der Blick der Aktiven vor allem zum Ziel. Voraussetzung für gute Trefferquoten sind hohe vertikale Beleuchtungsstärken – zum Schießen mit Bogen, Armbrust, Gewehr oder Pistole sieht DIN EN 12193 für die Zielscheibe bei 25 Meter Abstand 1.000 Lux (lx), bei 50 Meter Abstand 2.000 lx vor.

Für die Schussbahn und den vorgelagerten Bereich genügen 200 lx horizontale Beleuchtungsstärke für alle Beleuchtungsklassen. Um Entfernung und Weg zum Ziel möglichst gut einschätzen zu können, ist eine gute Gleichmäßigkeit der Beleuchtung wichtig. Empfehlenswert für Schießanlagen sind Leuchtenreflektoren, die um 30 bis 40 Grad in Richtung des Zieles geneigt sind. Sie verhindern zugleich den direkten Blick in die Leuchten. Für den Schützenstand empfiehlt sich indirektes Licht, das keine Reflexe auf der Waffe erzeugt.

Kegeln, Bowling

Ähnlich wie Schützen haben auch Kegel- und Bowling-Spieler vor allem das Ziel im Visier. Allerdings muss die vertikale Beleuchtungsstärke hier nicht so hoch sein wie beim Schießsport: 500 Lux (lx) reichen für den Standort der Kegel (Ris) aus. Dieser Wert gilt für alle Beleuchtungsklassen. Für die Kegel- oder Bowlingbahn und den vorgelagerten Anlaufbereich genügen 200 lx horizontale Beleuchtungsstärke, ebenfalls für alle Beleuchtungsklassen.

Auch wenn es immer um den Sieg geht, Bowling und Kegeln sind weniger Wettkampf- als vielmehr Freizeitsport. Die normgerechte Beleuchtung der Bowling- oder Kegelbahn erleichtert zwar die Sehaufgabe, doch die Aktiven erwarten mehr: Licht zum Wohlfühlen.

Deshalb kommt der Beleuchtung im Vor- und Umfeld der Bowling- oder Kegelbahn besondere Bedeutung zu. Akzentuierendes, auch indirektes Licht – nicht zu hell und nicht zu dunkel – ist die Basis für ein ansprechendes Beleuchtungskonzept, das komfortabel und energieeffizient mit einem Lichtmanagementsystem umgesetzt werden kann.

A.5 Bogenschießen / Schießen / Kegeln
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke Schussbahnvertikale Beleuchtungsstärke Zielvertikale Beleuchtungsstärke Kegel
 Eh,av lxEh,min/Eh,av Eh,av 25 m lxEh,av 50 m lxEh,av lxEh,min/Eh,av
I2000,51.0002.0005000,8
II2000,51.0002.0005000,8
III2000,51.0002.0005000,8

Reitsport

Springen oder Dressur: In Hallen für den Reitsport ist die Beleuchtung nicht allein auf die Bedürfnisse der Menschen abzustimmen, sondern auch auf das Sehvermögen der Pferde. Ihr Dämmerungssehen ist sehr stark ausgeprägt, die Unterschiedsempfindlichkeit deshalb größer als beim Menschen. Damit sich die Tiere nicht irritiert und beunruhigt fühlen, sollten große Unterschiede in der Leuchtdichte vermieden werden.

Zum guten Erkennen von Hindernissen sind höhere vertikale Beleuchtungsstärken notwendig. Auch die Zuschauer sind darauf angewiesen, um Ross und Reiter gut sehen zu können. Weil es in Reithallen häufig staubig ist und außerdem erhöhte Luftfeuchtigkeit herrscht, müssen Leuchten höherer Schutzart eingesetzt werden.

A.3 Reiten
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke
 Eh,av lxEh,min/Eh,av
I5000,7
II3000,6
III2000,5

Radsport

Wenn Bahnradfahrer ins Rollen kommen, halten sie so bald nicht wieder an – nicht zuletzt, weil ihre Sportgeräte keine Bremsen haben. Gleichwohl bewegen sich die Fahrer möglichst dicht im Windschatten des Vordermannes. Um Kollisionen und schmerzhafte Stürze zu vermeiden, müssen sie bei hohen Geschwindigkeiten den Fahrweg der Konkurrenten genau einschätzen können. Das setzt gute Sehverhältnisse voraus.

Die in DIN EN 12193 normierten Beleuchtungsstärken gelten für die Bahnoberfläche. Die zusätzliche vertikale Beleuchtungsstärke von 1.000 Lux (lx) im Ziel unterstützt die Sehaufgabe der Schiedsrichter und ist maßgeblich für die Qualität des Zielfotos.

A.2 Radsport
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke
 Eh,av lxEh,min/Eh,av
I7500,7
II5000,7
III2000,5

Kletterhallen

Indoor-Klettern ist beliebt: Witterungsunabhängig bietet es Freizeitspaß und Trainingsmöglichkeiten „am Berg“ für Anfänger bis Fortgeschrittene. Für den naturnahen Eindruck empfiehlt sich eine tageslichtähnliche Lichtfarbe. Außerdem sollten die Lichtquellen mindestens gute Farbwiedergabeeigenschaften mit dem Index Ra ≥ 80 haben.

Eine gute Beleuchtung zählt zu den grundlegenden Schutzmaßnahmen für Kletterer. Das setzt zunächst gleichmäßig verteiltes Licht voraus: Jede Wand sollte ohne große Leuchtdichteunterschiede gleichmäßig ausgeleuchtet werden. Besonders wichtig sind außerdem Lichtrichtung und die richtige Schattenverteilung, Modelling genannt. Das richtige Verhältnis von diffusem zu gerichtetem Licht verdeutlicht die Struktur der Wand, macht Tritte und Griffe plastisch und damit deutlich erkennbar. Seitlich einfallendes Licht und Licht von oben verhindern, dass der Kletterer selbst starke und störende Schlagschatten wirft. Beim Blick nach oben und zu seitlich von ihm angebrachten Griffen darf er außerdem nicht geblendet werden.

A.3 Kletterhallen
Klasse  horizontale
Beleuchtungsstärke
vertikale Beleuchtungsstärke
 Eh,av lxEh,min/Eh,av Eh,av lxEh,min/Eh,av
I5000,75000,7
II3000,63000,6
III2000,52000,5

Indoor-Spielplätze

Kinder brauchen Bewegung und freuen sich über jede Abwechslung. Spielplatz-Hallen bieten ein Freizeitangebot für Familien unabhängig von schlechter Witterung.

Lichttechnisch ist die leere Halle einer allgemeinen Sporthalle gleichzusetzen. Das bedeutet für das Freizeitvergnügen (Beleuchtungsklasse III): 200 Lux (lx) horizontale Beleuchtungsstärke. In der Spielplatz-Halle kann deshalb die Leuchten-Anordnung einer allgemeinen Sporthalle nachvollzogen werden. Weil Spielgeräte das Licht abschatten, wird die Beleuchtungsstärke an einigen Stellen unterschritten, dürfte insgesamt aber für das Spielgeschehen ausreichen. Damit es nicht zu dunkel wird, sind helle Hallenwände ratsam. Sie dienen dem Deckenlicht auch als Reflektionsfläche. Spielaufbauten, die das Licht ganz aussperren, sollten auf wenige Tunnelstrecken beschränkt werden.

Go-Kart-Bahnen

Go-Kart-Bahnen sind bei Freizeit-Rennfahrern und begeisterten Motorsportlern gleichermaßen beliebt. Indoor-Bahnen bieten nicht nur wetterunabhängiges Fahren, sondern haben als „geschlossene“ Veranstaltungen eine besondere Atmosphäre. Die Go-Karts fahren zwar schnell, die Geschwindigkeiten sind im Verhältnis zur Größe der Wagen aber nicht übermäßig hoch. Die Anforderungen an die Beleuchtung sind daher nicht höher als in allgemeinen Sporthallen, so dass analog die Vorgaben für den Ballsport und Radrennbahnen gelten.

A.2 Spielplatz-Halle* / Go-Kart*
Klasse  horizontale Beleuchtungsstärke**
 Eh,av lxEh,min/Eh,av
I7500,7
II5000,7
III2000,5

* Analog allgemeine Sporthalle
** Für Spielplatz-Hallen gilt Beleuchtungsklasse III

Das könnte Sie auch interessieren

Zurück